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<title>U-Boot-Reparaturwerft Brest</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">U-Boot-Reparaturwerft Brest</span></h1>
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<p>Die <b>U-Boot-Reparaturwerft Brest</b> war eine von der deutschen <a href="Kriegsmarine" title="Kriegsmarine">Kriegsmarine</a> eingerichtete <a href="Werft" title="Werft">Werft</a> im französischen Atlantikhafen <a href="Brest_(Finist%C3%A8re)" title="Brest (Finistère)">Brest</a>, die von 1940 bis 1944 bestand. Es handelte sich um den größten Bunker, der während des Zweiten Weltkriegs gebaut wurde.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>

<p>Im Juni 1940 besetzten deutsche Truppen die französische <a href="Atlantik" class="mw-redirect" title="Atlantik">Atlantik</a>­küste, darunter auch den Hafen von Brest.
</p><p>Die Kriegsmarine übernahm die französische <a href="Marinebasis_Brest" title="Marinebasis Brest">Marinebasis Brest</a> und richtete sie als <a href="Milit%C3%A4rbasis" title="Militärbasis">Militärbasis</a> für den <a href="Atlantikschlacht" title="Atlantikschlacht">Krieg im Atlantik</a> ein, nachdem die Schiffe gehoben wurden, die von der <a href="Marine_Nationale" title="Marine Nationale">französischen Marine</a> bei der Räumung des Hafens versenkt worden waren, und weitere Kriegsschäden beseitigt wurden. Da die Hafenanlagen stärker geschädigt waren als in <a href="Lorient" title="Lorient">Lorient</a>, wo bereits Mitte August eine U-Boot-Reparaturstelle eingerichtet worden war, und der Hafen, im Gegensatz zu <a href="Saint-Nazaire" title="Saint-Nazaire">Saint-Nazaire</a>, innerhalb der Reichweite britischer Luftstreitkräfte lag, fiel die Entscheidung für Brest als Hauptstützpunkt der deutschen Flotte erst am 9.&nbsp;Oktober 1940. Ausschlaggebend war hierbei vor allem die Verfügbarkeit von Liegeplätzen und Reparaturgelegenheiten für die großen deutschen Schlachtschiffe.<sup id="cite_ref-Lars_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-Lars-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Neben der Nutzung des Stützpunkts durch die Überwasserstreitkräfte (<i><a href="Gneisenau_(Schiff%2C_1938)" title="Gneisenau (Schiff, 1938)">Gneisenau</a></i>, <i><a href="Scharnhorst_(Schiff%2C_1939)" title="Scharnhorst (Schiff, 1939)">Scharnhorst</a></i>, <i><a href="Prinz_Eugen_(Schiff%2C_1940)" title="Prinz Eugen (Schiff, 1940)">Prinz Eugen</a></i>) wurde Anfang 1941 mit dem Bau eines <a href="U-Boot-Bunker" title="U-Boot-Bunker">U-Boot-Bunkers</a> begonnen.
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„‚U-Boot-Bunker‘ sind von der Organisation Todt zu diesem Zweck in den atlanischen Hafen gebaut worden. Der Begriff scheint plastisch zu sein und läßt doch kaum ahnen, was er in Wirklichkeit besagt. Es ist ein Betonblock, hoch aufragend über allem Gewirr der Masten und Kräne, aber von solchem Ausmaß in Breite und Tiefe, daß er von fern nur als eine gewaltige Stufe am Rand des Hafenbeckens erscheint. Wie Autos in einer Garage laufen die U-Boote von der Feindfahrt hier ein, um sogleich ‚aufgebockt‘ und vom Turm bis zum Kiel überholt zu werden. Die Bunker sind zugleich Werft, ummauert und überdacht von stärkstem Beton. Mit den modernsten Maschinen, in konzentriertestem Arbeitsgang, für den alle Kräfte und Hilfsmittel vorhanden sind, werden die Boote wieder instandgebracht. Es ist ein Bild von unerhörter Phantastik, die letzte Steigerung unsres technischen Zeitalters, wie die schlanken Fischleiber sich zwischen den starren, riesigen Betonwänden spannen, zuckend im grellen Aufsprühen der Schweißbrenner, während die Spinnenfüße der Kräne über sie hinlaufen. Etwas unheimlich Animalisches meint man da zu sehen, das auch die U-Boot-Männer selbst mitunter verspüren […].“
</p>
</blockquote>
</div><div class="cite" style="margin:-1em 0 1em 1em;">– <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261921330">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


.mw-parser-output .Person{font-variant:small-caps}


/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><span class="Person h-card">Otto Häcker (Journalist)</span>: <cite style="font-style:normal"><a href="NS-Propaganda" class="mw-redirect" title="NS-Propaganda">Propagandabericht</a> über den U-Boot-Bunker in Brest im <i>Neuen Wiener Tagblatt</i> vom 19. April 1942</cite><sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></div></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bau_der_Bunkeranlage">Bau der Bunkeranlage</h3></div>
<p>Die Baustelle befand sich an der westlichen Seite des Kriegshafens auf dem Gelände eines ehemaligen <a href="Milit%C3%A4rflugplatz" title="Militärflugplatz">Seefliegerhorstes</a> und war lediglich über eine schmale Küstenstraße und über Bahnschienen zu erreichen, so dass der Transport des Baumaterials auch über See erfolgte. Die Koordination oblag dem Hauptamt Kriegsschiffbau<sup id="cite_ref-Lars_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-Lars-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, Konstruktion und Bauleitung lagen in den Händen der <a href="Arisierung" title="Arisierung">arisierten</a> Berliner Baufirma <a href="Julius_Berger_(Bauunternehmer)" title="Julius Berger (Bauunternehmer)">Julius Berger</a> Tiefbau AG und dem französischen Bauunternehmen <a href="Campenon_Bernard" title="Campenon Bernard">Campenon Bernard</a>, die zu diesem Zweck gemeinsam unter dem Projektnamen „Bergcamp“ firmierten. Die Bauplanung betreute der Vermessungsbau-Ingenieur Anton Kopp (München), während die Bauausführung durch die <a href="Organisation_Todt" title="Organisation Todt">Organisation Todt</a> erfolgte. Beim Bau der Bunkeranlagen wurden unter anderem zwangsweise sogenannte „Rotspanier“ – meist kommunistische Spanier, die im <a href="Spanischer_B%C3%BCrgerkrieg" title="Spanischer Bürgerkrieg">Spanischen Bürgerkrieg</a> gegen <a href="Franco" class="mw-redirect" title="Franco">Franco</a> gekämpft hatten – eingesetzt, die von der französischen Polizei bewacht wurden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Betrieb_der_Reparaturwerft">Betrieb der Reparaturwerft</h3></div>

<p>Im <a href="Bunker_(Bauwerk)" class="mw-redirect" title="Bunker (Bauwerk)">Bunker</a> wurden zehn <a href="Trockendock" class="mw-redirect" title="Trockendock">Trockendocks</a> für jeweils ein U-Boot sowie fünf Nassboxen mit Becken für je maximal drei U-Boote eingerichtet. Der Bunker hatte eine Breite von rund 330 Metern, eine Länge von 190 Metern und eine Höhe von 17 Metern. Die Decken hatten anfangs eine Dicke von 4, später von 6 Metern.
</p><p>Für die Instandsetzungs- und Ausrüstungsarbeiten der U-Boote wurden die vorhandenen Werfteinrichtungen genutzt, wobei die <a href="Kriegsmarinewerft_Wilhelmshaven" title="Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven">Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven</a> das erforderliche Material und Fachpersonal stellte. Dabei kam in den Werkstätten auch französisches Personal zum Einsatz.
</p><p>1943 wurde die technische Betreuung der U-Boot-Reparaturen in Brest von der Ausrüstung bis zu Instandsetzungsarbeiten von der Kriegsmarine dem deutschen <a href="Deutsche_Schiff-_und_Maschinenbau_Aktiengesellschaft" title="Deutsche Schiff- und Maschinenbau Aktiengesellschaft">Deschimag</a>-Konzern übertragen. Die Deschimag übertrug die Aufgaben an ihre in Bau und Reparatur von U-Booten erfahrene eigene Werft <a href="AG_Weser" title="AG Weser">AG Weser</a>. Von der AG Weser wurden etwa 1000 Mitarbeiter nach Brest entsandt, die vor Ort in Kasernen und Privathäusern untergebracht wurden. In Brest waren vorwiegend Boote der <a href="U-Boot-Klasse_VII" title="U-Boot-Klasse VII">Typen VII&nbsp;C und VII&nbsp;D</a> der <a href="1._U-Flottille" title="1. U-Flottille">1. U-Boot-</a> und <a href="9._U-Flottille" title="9. U-Flottille">9.&nbsp;U-Boot-Flottille</a> stationiert, bei Bedarf wurden aber auch andere U-Boote repariert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ende_der_Reparaturwerft">Ende der Reparaturwerft</h3></div>
<p>Am 6. Juni 1944 erfolgte die alliierte <a href="Operation_Overlord" title="Operation Overlord">Landung in der Normandie</a>. Nach dem <a href="Operation_Cobra" title="Operation Cobra">Durchbruch bei Avranches</a> wurde Brest von alliierten Truppen belagert und daraufhin zur Festung erklärt. Der deutsche Stützpunkt kapitulierte nach der <a href="Schlacht_um_die_Bretagne#Schlacht_um_Brest_(7._August_bis_20._September)" title="Schlacht um die Bretagne">Schlacht um Brest</a> am 18.&nbsp;September 1944.
</p><p>Aufgrund der massiven Bauweise waren Abriss oder Sprengung der U-Boot-Reparaturwerft nicht sinnvoll möglich, der Bunker wird bis heute von der französischen Marine genutzt.
</p>
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<div class="gallerytext">U-Boote im U-Boot-Bunker</div>
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<div class="gallerytext">Blick von oben auf den U-Boot-Stützpunkt und Reparaturwerft in Brest (1944)</div>
</li>
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<div class="gallerytext">Eine heutige Ansicht von der Wasserseite</div>
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<div class="gallerytext">Der U-Boot-Bunker in Brest 2006, Seitenansicht</div>
</li>
</ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="U-Boot-Krieg" title="U-Boot-Krieg">U-Boot-Krieg</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Lars Hellwinkel: <i>Der deutsche Kriegsmarinestützpunkt Brest</i>. Winkler, Bochum 2010, ISBN 978-3-89911-103-3 (= <i>Kleine Schriftenreihe zur Militär- und Marinegeschichte</i>, Band 16).</li>
<li><a href="Peter_Kuckuk" title="Peter Kuckuk">Peter Kuckuk</a> (Hrsg.): <i>Bremer Großwerften im Dritten Reich</i>. Edition Temmen, Bremen 1993, ISBN 3-86108-203-9 (= <i>Beiträge zur Sozialgeschichte Bremens</i>, Band 15).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Base_des_sous-marins_de_Brest?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: U-Boot-Reparaturwerft Brest</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-Lars-1"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Lars_1-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Lars_1-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Lars Hellwinkel: <i>Hitlers Tor zum Atlantik Die deutschen Marinestützpunkte in Frankreich 1940–1945</i>. Ch. Links Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-86153-672-7, S. 30–34.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?apm=0&amp;aid=nwg&amp;datum=19420419&amp;seite=3&amp;query=%22Im+U-Boot-Bunker%22"><i>Blick in den Atlantik. Im U-Boot-Bunker.</i></a> In:&nbsp;<i>Neues Wiener Tagblatt</i>, 19. April 1942, S.&nbsp;3 (online bei <a href="ANNO_%E2%80%93_AustriaN_Newspapers_Online" title="ANNO – AustriaN Newspapers Online">ANNO</a>).<span style="display:none">Vorlage:ANNO/Wartung/nwg</span></span>
</li>
</ol>
<p><span class="geo noexcerpt" style="display:none"><span class="body"></span><span class="latitude">48.366666666667</span><span class="longitude">-4.5219444444444</span><span class="elevation"></span></span><span id="coordinates" class="coordinates -print"><span title="Koordinatensystem WGS84">Koordinaten: </span><a class="external text" href="geo:48.366666666667,-4.5219444444444"><span title="Breitengrad">48°&nbsp;22′&nbsp;0″&nbsp;<abbr title="Nord">N</abbr></span>, <span title="Längengrad">4°&nbsp;31′&nbsp;19″&nbsp;<abbr title="West">W</abbr></span></a></span>
</p>
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<div class="klappleiste-bild nomobile noviewer" aria-hidden="true" role="presentation"><span typeof="mw:File"></span></div>
<div class="klappleiste-kopf">Deutsche <a href="U-Boot-Bunker" title="U-Boot-Bunker">U-Boot-Bunker</a> des Zweiten Weltkriegs</div>
<div class="klappleiste-inhalt mw-collapsible-content">
<div class="centered" style="display: table">
<p><span typeof="mw:File"></span>&nbsp;
Bornholm
</p><p><span typeof="mw:File"></span>&nbsp;
<a href="U-Boot-Bunker_Bordeaux" title="U-Boot-Bunker Bordeaux">Bordeaux</a>&nbsp;|
<a class="mw-selflink selflink">Brest</a>&nbsp;|
<a href="U-Boot-Bunker_in_La_Pallice" title="U-Boot-Bunker in La Pallice">La Rochelle</a>&nbsp;|
<a href="U-Boot-Bunker_in_Lorient" title="U-Boot-Bunker in Lorient">Lorient</a>&nbsp;|
<a href="U-Boot-Bunker_Martha" title="U-Boot-Bunker Martha">Martha</a>&nbsp;|
<a href="U-Boot-Bunker_St._Nazaire" title="U-Boot-Bunker St. Nazaire">St. Nazaire</a>&nbsp;
</p><p><span typeof="mw:File"></span>&nbsp;
<a href="U-Boot-Bunker_Hornisse" title="U-Boot-Bunker Hornisse">Hornisse</a>&nbsp;|
<a href="Elbe_II" title="Elbe II">Elbe II</a>&nbsp;|
<a href="Fink_II" title="Fink II">Fink II</a>&nbsp;|
<a href="U-Boot-Bunker_Kilian" title="U-Boot-Bunker Kilian">Kilian</a>&nbsp;|
Konrad&nbsp;|
<a href="U-Boot-Bunker_Nordsee_III" title="U-Boot-Bunker Nordsee III">Nordsee III</a>&nbsp;|
<a href="R%C3%BCgenhafen" title="Rügenhafen">Rügenhafen</a>&nbsp;|
<a href="U-Boot-Bunker_Valentin" title="U-Boot-Bunker Valentin">Valentin</a>&nbsp;|
Weichsel I&nbsp;|
Weichsel II&nbsp;|
Wespe&nbsp;
</p><p><span typeof="mw:File"></span>&nbsp;
Bruno&nbsp;|
<a href="U-Boot-Bunker_Dora" title="U-Boot-Bunker Dora">Dora I</a>&nbsp;|
Dora II
</p><p><span typeof="mw:File"></span>&nbsp;
Nikolajew
</p>
</div>
</div></div></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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</div>
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